Es war einmal…

Es war einmal ein kleines Pony. Jung und frech wie es war, schickte das Schicksal ihn auf einen Ferienhof direkt am Deich. Der Wind störte ihn nicht und nicht mal der Weidezaun konnte ihn aufhalten, immer fand er einen Weg, zum grünsten und leckersten Gras zu kommen. Obwohl auf dem Reiterhof englisch geritten wurde, bekam das Amerikanische Shetlandpony einen Westernsattel. Das Pony war so frech und so stürmisch, dass nicht einmal die Tochter der Reiterhofbesitzer ihn bändigen konnte. Jahre vergingen und der junge Wallach bekam Mitleid mit den Zweibeinern. Wie langsam sie sind und wie ungeschickt sie daher stolpern. Der kluge Wallach erkannte, welche Freude er den Menschen machte, wenn er sich artig reiten ließ und fand seinerseits Gefallen an den Kindern. Er wurde von allen Menschen geliebt und auch unter den anderen Pferden fand er gute Freunde. Er war allgemein sehr verträglich und verstand sich mit allen. Doch auch er hatte seine besten Freunde. Sein bester Freund war ein Frauenschwarm. Ständig hatte er mit seinen Stuten zu tun und verteidigte sie sogar vor den großen Holsteinern. Doch der junge Wallach interessierte sich nie für Stuten.

Viele Jahre vergingen und er wurde älter. Doch dann kamen 2 Ponydamen auf die Weide. Sie waren beide nicht mehr die jüngsten, doch trotzdem noch gut in Form. Die eine fiel ihm sofort ins Auge, denn sie hatte fast die gleiche Fellfarbe wie er. Doch ihre Mähne und ihr Schweif war viel dunkler als seins.  Genau wie er war sie sehr klug und von gutem Charakter. Sie war ebenfalls sehr sozial eingestellt und kümmerte sich sehr gut um die Zweibeiner.

Da nahm der nicht mehr ganz so junge Wallach seinen ganzen Mut zusammen und ging auf die Stute zu. Auch die Dame fand Gefallen an dem Gentleman. Seitdem sind die beiden unzertrennlich, sogar die Box teilen sie sich. Mittlerweile sind die beiden fast die ältesten Ponys auf dem Reiterhof Hennings und sind immer noch unzertrennlich.

Unsere Erwin und MausiErwin und Mausi

 

Ponyhof-Leben

„Was? Du wohnst auf einem Reiterhof?! Wie cool, das wollte ich auch immer“ – das habe ich grade während meines Studiums schon oft gehört. Man glaubt gar nicht, wie viele sich als Reiter entpuppen. Manche haben das Reiten aufgegeben, andere haben mittlerweile ein eigenes Pferd, aber alle wollten „immer mal auf einem Reiterhof wohnen“. Gut, schwierig umsetzbar für die meisten, aber immerhin für eine Woche oder so machbar. Bei mir ist das natürlich anders. Direkt an der Nordsee, 2 unglaublich tolle, schöne, süße, kluge, niemals freche,… eigene Pferde und noch viel mehr Schulpferde im Stall. Klar, da hat man immer was zu erzählen. Vor allem, wenn man so ein Pferd wie Nane hat, die mit ihren 3 Jahren ruckzuck rausgefunden hat, wie sie die Boxentür alleine aufbekommt oder ein Pferd wie Pünktchen im Stall hat, das einen immer freudig anwiehert, wenn man ihr Silo bringt (wirklich wahr! Ich muss jedes Mal lachen!). Ja, hier ist immer was los und selbst wenn hier nichts los ist, ist was los.

Nane

Keine Ferienkinder da. Langweilig, könnte man denken. Aber stimmt gar nicht. Erstmal haben wir eine neue Mitarbeiterin. Sie heißt Jessica und ist Pferdewirtin Schwerpunkt Haltung und Service. 21 Jahre alt und sie hat eine Holsteiner- Stute mitgebracht (Holsteiner: dickes + dafür ;)). Narzisse, so heißt das schöne Pferd, ist auf dem Augustenhof eingezogen. Jessica übrigens auch. Und damit Narzisse da drüben nicht so einsam ist, haben wir Daisa und Stupsy dahin gebracht. Die haben da absolut ihr Paradies. Sie werden jeden Tag von Jessica verwöhnt und das gehört sich auch so.
Das ist aber natürlich nicht ihre einzige Aufgabe. Zusammen machen wir den ganzen Vormittag was mit den Pferden. Jeder 3 und danach alle Pferde auf die Weide lassen und Stall machen (ohja, das Leben ist ein Ponyhof!). Nachmittags steht dann Reitunterricht geben, Bürokrams, Vorbereitungen für die Ferien und wieder Pferde reinholen an. Manchmal nochmal reiten. Je nachdem.
Pünktchen ist zum Beispiel so ein Pferd, das ich momentan viel reite. Jessica gestern: „Wie macht ihr das, dass eure jungen Pferde immer so ruhig sind?!“ Mit Pünktchen gar nicht so schwer. Sie ist einfach cool. Ablongieren und so´n Kram braucht sie nicht. Auch in der Abteilung geht sie mutig nach vorne, wenn Bico wieder mal Angst hat (Er ist ja auch erst… 18?!). Ich glaube, man muss das Pferd immer streicheln und ihm immer sagen, dass es das tollste und schönste und mutigste ist. Dann benimmt es sich auch so.
Habt ihr eigentlich gesehen, dass ich ein Instagram-Profil für den Reiterhof gemacht habe? Privat wehre ich mich noch dagegen, aber für den Hof ist es echt ne super Sache! Unkompliziert und schnell, find ich gut!